Andreas Rainer
Die Poesie des Wiener Alltags
Wie würden Sie jemandem Ihre Arbeit beschreiben, der noch nie von den Wiener Alltagspoeten gehört hat?
Seit 7 Jahren sammle ich Zitate und Situationen aus dem Wiener Alltag. Wien ist als Stadt der großen Bühnen, der Oper und Theaterhäuser weltbekannt. Ich richte den Blick bewusst auf das, was abseits der großen Spielstätten passiert - auf die täglichen Komödien und Tragödien des Lebens.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Wiener Alltagspoet aus? Und was macht ihn besonders spannend?
Natürlich halte ich selbst immer die Augen und Ohren offen, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Ansonsten bekomme ich sehr viele Einsendungen, die ich prüfe und -falls sie ausgewählt werden- in das Alltagspoeten Format bringe und schließlich veröffentliche. Das ist das tägliche Business. Dazu kommen dann spezielle Projekte wie meine Bücher, der Podcast, Spendenaktionen oder das Schreiben meines ersten Bühnenprogramms, das im Frühjahr im Kabarett Niedermair Premiere haben wird.
Gab es ein Erlebnis, das Ihren Karriereweg besonders beeinflusst hat?
Ich wollte immer vom Schreiben leben, bin aber nach dem Uniabschluss in eine Marketingkarriere quasi reingeschlittert. Irgendwann habe ich festgestellt, dass mich diese Arbeit überhaupt nicht ausgefüllt hat und ich habe beschlossen, mich selstständig zu machen und vom Schreiben zu leben.
An welchen Moment aus Ihrer Studienzeit an der Uni Wien denken Sie besonders gerne zurück?
Die Studienzeit war wahrscheinlich die schönste Periode in meinem Leben. Einmal habe ich in einem Philosophie Seminar anstatt eines Referats einen kleinen Sketch über Simone de Beauvoir und Sartre aufgeführt. Wir haben damals Standing Ovations bekommen. Das war ein Highlight
Alumnus Andreas Rainer