Johanna Kalian
Kranzträgerin am Dies Academicus
Als Kranzträgerin haben Sie eine besondere Rolle bei den Feierlichkeiten am 12. März übernommen. Wie haben Sie diesen Moment erlebt?
Die Feier und Kranzniederlegung habe ich persönlich als einen sehr würdevollen Moment erlebt. Besonders deutlich erschien mir die Veranstaltung im Licht des Auftrags der Universität Wien, wie er in den Reden eindrücklich zur Sprache kam. Dabei wurde hervorgehoben, welche Verantwortung der Universität als Institution gerade in Zeiten multipler Krisen zukommt: die disziplinenübergreifende Suche nach Wahrheit, die alle wissenschaftlichen Bereiche verbindet und leitet.
Ihre Forschung dreht sich um religiöse Bildung, Nachhaltigkeit und Rassismuskritik: Welche dieser Themen nehmen Sie innerlich mit in den Dies Academicus?
Meine Forschung verbindet das grundlegende Anliegen, einen Beitrag zu der Frage zu leisten, wie ein gutes oder besseres Zusammenleben in Zukunft gelingen kann. Dazu gehört für mich, aktuelle Entwicklungen aufmerksam wahrzunehmen und auch unbequeme Fragen an bestehende Verhältnisse zu stellen – selbst dann, wenn dies, gerade bei sensiblen Themen wie der Klimakrise oder Rassismus, nicht leichtfällt. An diesen Fragen trotzdem dranzubleiben, ist eine Haltung, die ich innerlich mitnehmen möchte.
661 Jahre Uni Wien – wenn Sie eine historische Persönlichkeit aus der Geschichte der Uni Wien treffen könnten, wer wäre es und warum?
Ich würde sehr gerne Viktor Frankl treffen – nicht nur, weil ich seine Bücher mit großer Begeisterung lese, sondern auch, weil mich seine Perspektive auf unsere Gegenwart sehr interessieren würde. Besonders spannend fände ich seine Einschätzung zur Sinnfrage unter den Bedingungen zunehmender Beschleunigung, Leistungsverdichtung und gesellschaftlicher Unsicherheiten.
Johanna Kalian ist Theologie- und Germanistin-Alumna, sie arbeitet und forscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Wien.
Alumna Johanna Kalian