Melisa Erkurt
Über die Sichtbarkeit vielfältiger Perspektiven im Journalismus
Sie sind Journalistin, Autorin und Gründerin von die_chefredaktion. Welche Wirkung möchten Sie mit Ihrer Arbeit entfalten?
Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen gehört werden, die in der medialen Berichterstattung übersehen oder nur durch Klischees dargestellt werden. Journalismus hat die Aufgabe, gesellschaftliche Ungleichheiten und unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar zu machen.
Wie hat Ihr Studium an der Uni Wien Ihren Weg in den Journalismus und Ihre Arbeit zu Bildungsgerechtigkeit geprägt?
An der Uni habe ich gemerkt, dass Bildungserfolg nicht nur von Leistung abhängt, sondern stark von den Voraussetzungen, die Menschen mitbringen. Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf Bildung und auch auf den Journalismus geprägt, deshalb stelle ich Chancengleichheit in den Mittelpunkt meiner Arbeit.
Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, dass Medien und Schule die Lebensrealitäten junger Menschen vielfältiger abbilden?
Weil sich Menschen in den Geschichten, die erzählt werden, wiederfinden müssen. Wenn immer nur bestimmte Perspektiven gezeigt oder als wertvoll erachtet werden, entsteht eine Hierarchisierung von Erfahrungen und Talenten. Vielfalt ist nicht nur eine Frage der Repräsentation, sondern auch der Demokratie.
Was raten Sie jungen Absolvent*innen, die eine Karriere aufbauen möchten, die sowohl zu ihren persönlichen Werten passt als auch gesellschaftlich etwas bewegt?
Ich würde ihnen raten, sich mehrere Standbeine aufzubauen. Dann ist der Druck, sich in einem Job zu verwirklichen nicht so groß. Außerdem würde ich mir Mentor*innen und Gleichgesinnte suchen.