Philip Walther
Die Zukunft der Quantenwissenschaft – Von revolutionären Technologien bis zur praktischen Anwendung
2025 ist das Internationale Jahr der Quantenwissenschaft – Warum ist jetzt der richtige Moment, um über die Bedeutung der Quantenforschung für unsere Zukunft zu sprechen?
Die Quantenphysik begleitet uns täglich, denn ohne das Verständnis dieser gäbe es z.B. keine Laser, Solarzellen, Mikrochips und medizinische Magnetresonanztomographie. Seit kurzem können wir noch bahnbrechendere Technologien ermöglichen, die darauf beruhen einzelne Atome, Lichtteilchen oder andere Quantensysteme zu manipulieren –das ist alles sehr spannend!
Für viele ist Quantenphysik sehr abstrakt. Können Sie uns ein intuitives Beispiel geben, das zeigt, wie sich Quantencomputer fundamental von klassischen Computern unterscheiden?
Der Quantencomputer hat den Vorteil in die Trickkiste der Quantenphysik greifen zu können. Während ein herkömmlicher Computer immer nur einen Wert (Null oder Eins) verarbeitet, kann ein Quantencomputer diese Werte überlagen und somit gleichzeitig prozessieren. Das ist ein gewaltiger Vorteil, und eröffnet eine neue Ära in der Datenverarbeitung.
Die Universität Wien ist in der Quantenforschung international führend. Welche aktuellen Projekte oder Kooperationen in Ihrem Team könnten schon bald praktische Anwendungen finden?
Meine Gruppe nutzt optische Quantensysteme um, unter anderem, neuartige Anwendungen im Bereich Quanten Maschinelles Lernen und Quantenkryptographie zu entwickeln. Vor kurzem haben wir das Start-Up „Qubo Technology“ gegründet, um unsere Quantentechnologie für die Absicherung von digitalen Zahlungen, und für effizientere Bilderkennung marktreif zu machen.
Sie haben an der Universität Wien studiert und forschen nun hier. Welche prägenden Erfahrungen aus Ihrer Studienzeit begleiten Sie noch heute?
Nach meinem Chemieabschluss an der TU Wien, hat mich Anton Zeilinger (Physiknobelpreis 2022) als Doktorand aufgenommen, obwohl ich damals kaum Quantenphysik-Wissen mitgebracht habe. Bis heute bin ich dafür dankbar. Mir wurde vorgelebt, dass nur die Neugier zählt, und dass keine Idee verrückt genug sein kann, um dieser nicht nachzugehen. Nur so kann man in der Wissenschaft neue Wege gehen.